BIOGRAPHIE

Meine musikalische Karierre began eigentlich recht spät.
Erst mit ca. 9 Jahren entschloß sich meine Mutter, ich sollte Orgelspielen lernen. Ich wurde jeden Samstag nach Frechen bei Köln gefahren und besuchte dort, mit drei anderen Schülern, einen Anfängerkursus. Der Raum erinnerte mehr an ein Maler-Atelier, hatte er doch an seiner Front mit der Eingangstür eine Glaswand vom Boden bis zur Decke.
In der Mitte, auf mehreren sehr dicken und alten Teppichen, standen sich vier Orgeln gegenüber. An einer dieser Orgeln saß ich nun und versuchte die vor mir aufgestellten Noten zu entschlüsseln.

Da nach einigen Wochen feststand, das ich gut vorankam wurde schliesslich eine Orgel angeschafft. Es war mitte der siebziger Jahre. Die Zeit der Synthesizer stand uns allen noch bevor. Orgeln besaßen zu dieser Zeit nur einen Klang, der ein bischen an eine Hammond erinnerte. Es gab zwei schräg übereinanderliegende Tastaturen und eine Reihe Basspedale. Man spielte mit der rechten Hand die Melodie auf der oberen Tastatur, mit der linken Hand die Akkorde auf der unteren Tastatur und mit den Füßen die Baßlinie.

Schon nach einem halben Jahr musste ich feststellen, daß mir diese Notenschrift überhaupt nicht gefiel. Statt also die Noten zu entschlüsseln fragte ich lieber meine Mutter ob Sie dieses Stück kannte. Sie summte mir dann oft die Melodie vor, oder spielte das Stück von einer Platte.
So fiel es mir wesentlich leichter die Melodie zu entschlüsseln. Die passenden Akkorde waren dann meist auch klar. Ich übte ein wenig oder wartete dann auf Samstag. Die Orgelstunde fing meist mit schrägen Tönen an. Wenn es meinem Lehrer dann zu bunt wurde, spielte er mir das Stück einmal vor. Darauf hatte ich ja nur gewartet. Ich merkte mir genau was er spielte und kopierte sein Spiel ohne die dummen Noten lesen zu müssen.

Diese Art der Improvisation brachte mich sehr weit. Am Ende dieses langjährigen Kursus wollte mein Lehrer mich in einer Spezialklasse für besondere Talente unterbringen. Aber ich hatte meine Bedenken. Unser Geschmack bzgl. Musik unterschied sich doch sehr stark. Ich hatte genug von all dem alten Zeug, das ich jahrelang widerwillig spielen musste. Ausserdem ging mir der Klang meiner Orgel langsam auf die Nerven, gab es doch viel zu wenig Möglichkeiten diesem großen Holzkasten interessante Geräusche zu entlocken.

An diesem Punkt in meinem Musikerleben entschied sich doch so einiges. Wäre ich dem Kurs für Fortgeschrittene beigetreten, hätte ich sicher viele öffentliche Auftritte mitmachen können. So hätte man Bekanntschaften machen können und hätte sicher viele gutbezahlte Alleinunterhalter-Jobs mitgenommen.

Allein das Musikmaterial, das ich hätte spielen müssen, stand im Wege. Volks- und Unterhaltungsmusik? Da hätte ich mir lieber den Finger in den Hals gesteckt.

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